Ist Schimmel gesundheitsschädlich? Symptome & Risiken
Wie gefährlich ist Schimmel für die Gesundheit? Erfahren Sie alles über Symptome, Risikogruppen und wann Sie handeln müssen.
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Schimmel in Wohnräumen ist mehr als ein ästhetisches Problem – er kann ernsthafte Gesundheitsrisiken bergen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Beschwerden Schimmel verursachen kann, wer besonders gefährdet ist und wann Sie handeln müssen.
Ist Schimmel wirklich gefährlich?
Die kurze Antwort: Ja, Schimmel kann die Gesundheit beeinträchtigen – aber das Risiko hängt von mehreren Faktoren ab:
| Faktor | Einfluss auf Risiko |
|---|---|
| Schimmelart | Einige Arten sind toxischer als andere |
| Befallsgröße | Großflächiger Befall erhöht die Belastung |
| Expositionsdauer | Längerer Kontakt steigert das Risiko |
| Persönliche Empfindlichkeit | Allergiker und Immungeschwächte gefährdeter |
| Raumnutzung | Schlafzimmer kritischer als Keller |
Wichtiger Hinweis
Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Arzt.
Wie schadet Schimmel der Gesundheit?
Schimmelpilze können auf drei Wegen gesundheitlich schaden:
1. Allergische Reaktionen
Die häufigste Gesundheitswirkung sind allergische Reaktionen auf Schimmelsporen:
- Auslöser: Sporen und Pilzfragmente in der Atemluft
- Betroffene: Etwa 5-10% der Bevölkerung sind sensibilisiert
- Reaktion: Immunsystem behandelt Sporen als Fremdkörper
2. Toxische Wirkungen
Einige Schimmelpilze bilden Mykotoxine (Schimmelpilzgifte):
- Produktion: Unter bestimmten Wachstumsbedingungen
- Aufnahme: Einatmen, Hautkontakt, selten Verschlucken
- Wirkung: Reizung, selten systemische Effekte
3. Infektionen
In seltenen Fällen können Schimmelpilze Infektionen verursachen:
- Betroffene: Fast ausschließlich Menschen mit geschwächtem Immunsystem
- Erreger: Vor allem Aspergillus-Arten
- Risiko: Für gesunde Menschen extrem gering
Typische Symptome bei Schimmelbelastung
Atemwegsbeschwerden
Die häufigsten Symptome betreffen die Atemwege:
| Symptom | Beschreibung | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Husten | Trocken oder mit Auswurf | Sehr häufig |
| Schnupfen | Verstopfte oder laufende Nase | Sehr häufig |
| Niesen | Häufiges, wiederholtes Niesen | Häufig |
| Atemnot | Kurzatmigkeit bei Belastung | Bei Allergikern |
| Asthma-Verschlechterung | Anfallshäufung | Bei Asthmatikern |
Augen- und Hautreaktionen
- Augenjucken: Gerötete, tränende Augen
- Augenreizung: Brennen und Fremdkörpergefühl
- Hautausschlag: Bei direktem Kontakt
- Juckreiz: Besonders bei Allergikern
Allgemeine Beschwerden
Bei längerer Exposition können auftreten:
- Kopfschmerzen: Besonders in belasteten Räumen
- Müdigkeit: Chronische Erschöpfung
- Konzentrationsstörungen: Besonders bei Kindern beobachtet
- Unwohlsein: Allgemeines Krankheitsgefühl
Symptom-Check
Werden Ihre Beschwerden besser, wenn Sie sich längere Zeit außerhalb der betroffenen Räume aufhalten? Das ist ein starkes Indiz für einen Zusammenhang mit der Wohnsituation.
Welche Schimmelarten sind besonders gefährlich?
Schwarzer Schimmel (Stachybotrys chartarum)
- Gefährlichkeit: Hoch – bildet starke Mykotoxine
- Vorkommen: Papier, Karton, Gipskarton
- Besonderheit: Benötigt dauerhaft hohe Feuchtigkeit
- Erkennung: Tiefschwarze, oft schleimige Oberfläche
Aspergillus-Arten
- Gefährlichkeit: Mittel bis hoch
- Vorkommen: Nahrungsmittel, feuchte Wände, Blumenerde
- Besonderheit: Kann Lungeninfektionen verursachen
- Erkennung: Grün, schwarz oder gelb, pelzige Textur
Penicillium-Arten
- Gefährlichkeit: Mittel
- Vorkommen: Tapeten, Dämmmaterial, Lebensmittel
- Besonderheit: Starker modriger Geruch
- Erkennung: Blaugrün, typischer “Schimmelgeruch”
Cladosporium
- Gefährlichkeit: Gering bis mittel
- Vorkommen: Außenbereiche, Fensterrahmen
- Besonderheit: Häufigster Schimmel überhaupt
- Erkennung: Olivgrün bis braun, samtig
Wer ist besonders gefährdet?
Risikogruppen
| Gruppe | Risiko | Grund |
|---|---|---|
| Kleinkinder | Erhöht | Unreifes Immunsystem, bodennah |
| Ältere Menschen | Erhöht | Geschwächte Abwehr |
| Allergiker | Hoch | Sensibilisiertes Immunsystem |
| Asthmatiker | Hoch | Empfindliche Atemwege |
| Immungeschwächte | Sehr hoch | Fehlende Abwehrmechanismen |
| Schwangere | Erhöht | Vorsorge für Kind |
Besondere Gefährdungssituationen
- Schlafzimmer mit Schimmel: 8 Stunden Exposition täglich
- Kinderzimmer: Spielen am Boden erhöht Kontakt
- Arbeitsplatz mit Befall: Chronische Belastung
- Versteckter Schimmel: Unsichtbare, aber hohe Sporenbelastung
Ärztlichen Rat einholen
Gehören Sie zu einer Risikogruppe und haben Schimmel in Ihrer Wohnung entdeckt? Suchen Sie zeitnah ärztliche Beratung und lassen Sie den Schimmel professionell entfernen.
Ab welcher Menge wird Schimmel gefährlich?
Es gibt keine allgemein gültige “sichere Grenze” für Schimmelsporen. Jedoch gelten folgende Richtwerte:
Orientierungswerte für Innenräume
| Sporenkonzentration | Bewertung |
|---|---|
| Unter Außenluft | Normal, unbedenklich |
| Gleich Außenluft | Unauffällig |
| Leicht erhöht | Quelle suchen |
| Deutlich erhöht | Sanierungsbedarf |
| Stark erhöht | Sofortiger Handlungsbedarf |
Sichtbarer Befall als Maßstab
| Fläche | Einschätzung | Empfehlung |
|---|---|---|
| < 0,5 m² | Klein | Selbst entfernen möglich |
| 0,5-1 m² | Mittel | Ursache prüfen, ggf. Fachmann |
| > 1 m² | Groß | Fachmann empfohlen |
| > 2 m² | Sehr groß | Fachmann zwingend |
Was tun bei Verdacht auf Schimmelbelastung?
Sofortmaßnahmen
- Lüften: Betroffene Räume gut durchlüften
- Abstand halten: Kontakt mit sichtbarem Schimmel vermeiden
- Dokumentieren: Fotos vom Befall machen
- Ursache suchen: Feuchtigkeitsquelle identifizieren
Medizinische Abklärung
Bei anhaltenden Beschwerden:
- Hausarzt aufsuchen: Symptome schildern, Schimmelverdacht äußern
- Allergietest: Bei Verdacht auf Schimmelpilzallergie
- Lungenfunktionstest: Bei Atemwegsbeschwerden
- Umweltmedizinische Beratung: Bei komplexen Fällen
Schimmelentfernung
Wichtige Schritte zur Sanierung:
- Ursache beheben: Feuchtigkeit stoppen
- Schimmelart identifizieren: Art und Umfang feststellen
- Fachgerecht entfernen: Mit Schutzausrüstung oder durch Fachbetrieb
- Nachkontrolle: Erfolg der Sanierung prüfen
Schimmel im Keller vs. Wohnraum
Keller-Schimmel
- Kontaktzeit: Begrenzt (Aufenthalt meist kurz)
- Belüftung: Oft getrennt von Wohnräumen
- Risiko: Geringer bei seltener Nutzung
- Aber: Sporen können in Wohnbereiche gelangen
Wohnraum-Schimmel
- Kontaktzeit: Lang (Schlaf, Arbeit, Freizeit)
- Belüftung: Direkter Kontakt mit Atemluft
- Risiko: Höher durch dauerhafte Exposition
- Priorität: Sofortige Sanierung erforderlich
Keller als Sporenquelle
Auch wenn Sie Ihren feuchten Keller selten betreten: Über Türen, Treppen und Lüftungsanlagen können Schimmelsporen in Ihre Wohnräume gelangen.
Vorbeugung: Schimmel gar nicht erst entstehen lassen
Richtig lüften
- Stoßlüften: 3-4x täglich für 5-10 Minuten
- Querlüften: Durchzug erzeugen
- Nach Duschen/Kochen: Sofort lüften
- Winter: Kurz, aber intensiv
Feuchtigkeit kontrollieren
- Relative Luftfeuchte: Unter 60% halten
- Hygrometer nutzen: Regelmäßig kontrollieren
- Taupunkt beachten: Kondensation vermeiden
- Wäsche: Nicht in Wohnräumen trocknen
Bauliche Maßnahmen
- Wärmebrücken beseitigen: Außenwände dämmen
- Abdichtung prüfen: Horizontalsperre nachrüsten
- Möbel abrücken: Mindestens 5-10 cm Wandabstand
Mythen und Fakten
Mythos 1: “Schimmel ist immer gefährlich”
Fakt: Die Gefährlichkeit hängt von Art, Menge und persönlicher Empfindlichkeit ab. Kleine Schimmelflecken im Bad sind weniger kritisch als großflächiger Befall im Schlafzimmer.
Mythos 2: “Schimmel riecht man immer”
Fakt: Nicht alle Schimmelarten haben einen wahrnehmbaren Geruch. Versteckter Schimmel hinter Verkleidungen kann unsichtbar und geruchlos sein.
Mythos 3: “Überstreichen tötet Schimmel”
Fakt: Farbe überdeckt den Schimmel nur optisch. Ohne Entfernung und Ursachenbeseitigung wächst er weiter.
Mythos 4: “Anti-Schimmel-Farbe verhindert Neubefall”
Fakt: Diese Farben können das Wachstum verzögern, aber nicht die Ursache beheben. Ohne Feuchtigkeitskontrolle kommt der Schimmel zurück.
Häufig gestellte Fragen
Fazit: Schimmel ernst nehmen, aber nicht panisch werden
Schimmel ist ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko, aber kein Grund zur Panik:
Handeln Sie bei:
- Sichtbarem Schimmel größer als 0,5 m²
- Typischen Symptomen bei Bewohnern
- Risikogruppen im Haushalt
- Modrigem Geruch ohne sichtbare Quelle
Priorität hat:
- Ursache der Feuchtigkeit beheben
- Schimmel fachgerecht entfernen
- Raumklima dauerhaft kontrollieren
Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihre Wohnräume schimmelfrei halten und Gesundheitsrisiken minimieren. Beginnen Sie mit der Diagnose und entwickeln Sie dann eine passende Sanierungsstrategie.
Autor
Redaktion
feuchte-keller-sanieren.de
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