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Glossar: Fachbegriffe rund um den feuchten Keller

Kurz und ohne Fachchinesisch: Was Handwerker und Gutachter meinen, wenn sie von Horizontalsperre, Taupunkt oder drückendem Wasser sprechen.

Bautrockner
Ein Bautrockner ist ein Gerät, das der Raumluft Feuchtigkeit entzieht und so Bauteile nach einem Wasserschaden oder Neubau austrocknen lässt. Gängig sind Kondensationstrockner und Adsorptionstrockner. Das gesammelte Wasser wird abgepumpt oder in einem Tank aufgefangen.
Belegreife
Belegreife bedeutet, dass ein Estrich so trocken ist, dass ein Bodenbelag aufgebracht werden darf. Sie wird messtechnisch festgestellt, meist mit der CM-Messung, und ist nicht allein an der Zahl der Wochen nach dem Einbau abzulesen.
Bodenfeuchte
Bodenfeuchte ist das im Erdreich gebundene Wasser, das nicht frei fließt und keinen nennenswerten Druck aufbaut. Sie wirkt auf Kellerwände und Bodenplatte ein. In DIN 18533 gehört sie zusammen mit nicht drückendem Wasser zur Klasse W1-E.
CM-Messung
Die CM-Messung (Calciumcarbid-Methode) bestimmt die Restfeuchte von Estrich und anderen Baustoffen. Eine Probe wird zerkleinert, mit Calciumcarbid in einer Druckflasche gemischt, und aus dem entstehenden Gasdruck wird der Feuchtegehalt in Masse-Prozent abgelesen.
Dichtschlämme
Dichtschlämme ist eine mineralische, zementgebundene Beschichtung, die auf Wände und Böden aufgetragen wird und Feuchte abhält. Sie wird in mehreren Schichten gestrichen oder gespachtelt und eignet sich vor allem für Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser.
Drückendes Wasser
Drückendes Wasser übt hydrostatischen Druck auf ein Bauteil aus, etwa Grundwasser oder aufgestautes Sickerwasser. Die Norm DIN 18533 unterscheidet bei erdberührten Bauteilen mäßige (Eintauchtiefe bis 3 m) und hohe Einwirkung von drückendem Wasser (über 3 m).
Horizontalsperre
Eine Horizontalsperre ist eine waagerechte Abdichtungsschicht im Mauerwerk, die kapillar aufsteigende Feuchtigkeit stoppt. Bei Neubauten wird sie eingebaut. Bei Altbauten fehlt sie oder ist defekt und wird nachträglich per Injektion, Mauersäge oder Maueraustausch hergestellt.
Hygroskopische Feuchte
Hygroskopische Feuchte ist Wasser, das Baustoffe oder in ihnen enthaltene Salze aus der Raumluft aufnehmen. Salzbelastete Wände können deshalb bei hoher Luftfeuchte nass wirken, obwohl kein Wasser von außen nachdringt.
Injektionsverfahren
Beim Injektionsverfahren werden Bohrlöcher in das Mauerwerk gesetzt und ein Injektionsmittel eingebracht. Es dichtet die Kapillaren ab oder macht sie wasserabweisend und bildet so eine nachträgliche Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchte.
Kapillarwasser
Kapillarwasser ist Wasser, das in den feinen Poren von Baustoffen wie Ziegel, Naturstein oder Mörtel entgegen der Schwerkraft aufsteigt. Es stammt aus dem Erdreich und durchfeuchtet Mauerwerk von unten nach oben, wenn keine funktionierende Horizontalsperre vorhanden ist.
Kondensat
Kondensat (Tauwasser) entsteht, wenn feuchte Luft an einer Fläche abkühlt, die kälter als der Taupunkt ist. Es schlägt sich als Wasserfilm oder Tropfen nieder und kann dauerhaft Schimmel begünstigen, ohne dass die Wand selbst durchfeuchtet ist.
Relative Luftfeuchtigkeit
Die relative Luftfeuchtigkeit gibt in Prozent an, wie viel Wasserdampf die Luft im Verhältnis zu dem enthält, was sie bei der aktuellen Temperatur maximal aufnehmen kann. Warme Luft kann mehr Wasserdampf halten als kalte.
Ringdrainage
Eine Ringdrainage ist ein Rohrsystem, das Wasser rund um das Fundament sammelt und kontrolliert ableitet, damit sich am Keller kein Wasser staut. Sie ersetzt keine Abdichtung. Sie senkt vor allem die Wasserbelastung auf die Außenwand.
Rückstau
Rückstau entsteht, wenn Wasser aus der öffentlichen Kanalisation bei Starkregen oder Überlastung in die Hausleitungen zurückdrückt. Tiefliegende Ablaufstellen im Keller, wie Bodenabläufe, sind dann gefährdet. Schutz bieten Rückstauverschlüsse oder Hebeanlagen.
Salzausblühung
Salzausblühungen sind weiße, kristalline Beläge auf Wänden. Sie entstehen, wenn Wasser mit gelösten Salzen im Mauerwerk verdunstet und die Salze an der Oberfläche zurückbleiben. Häufig sind Sulfate, Nitrate („Salpeter“) und Chloride beteiligt.
Sanierputz
Sanierputz ist ein Putzsystem für feuchte und salzbelastete Wände. Er ist porös, lässt Feuchte verdunsten und lagert Salze in seinen Poren ein, ohne an der Oberfläche auszublühen. Anforderungen an Sanierputzsysteme regelt das WTA-Merkblatt 2-9.
Schimmelpilz
Schimmelpilze sind Pilze, die auf feuchten organischen und mineralischen Oberflächen wachsen. Sie brauchen Feuchte, Nährstoffe und eine geeignete Temperatur. Zentrale Stellschraube ist deshalb die Feuchte an der Oberfläche, nicht allein die Raumluft.
Schwarze Wanne
Eine Schwarze Wanne ist eine außen liegende Abdichtung des Kellers aus Bitumenbahnen oder vergleichbaren Dichtungsbahnen, die wie eine Wanne um Wände und Bodenplatte gelegt wird. Der tragende Beton selbst ist dabei nicht wasserundurchlässig.
Taupunkt
Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft ihren Wasserdampf nicht mehr halten kann und Wasser als Tauwasser ausfällt. Er hängt von Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte ab. Kühlere Flächen als der Taupunkt werden feucht.
Vertikalabdichtung
Die Vertikalabdichtung ist die Abdichtung der erdberührten Außenwand gegen seitlich eindringende Bodenfeuchte und Wasser. Sie wird als Beschichtung oder Bahn auf die Außenwand aufgebracht und muss an die Horizontalsperre und die Bodenplatte anschließen.
Wärmebrücke
Eine Wärmebrücke ist eine Stelle der Gebäudehülle, an der mehr Wärme nach außen abfließt als in der Umgebung. Die raumseitige Oberfläche ist dort kälter, Luftfeuchte kondensiert leichter, und Schimmel entsteht bevorzugt.
Weiße Wanne
Eine Weiße Wanne ist ein Keller aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton). Das Bauwerk selbst bildet die Abdichtung, es gibt keine zusätzliche Beschichtung. Fugen, Durchdringungen und Arbeitsfugen sind die empfindlichen Stellen.